luzi-m.org berichtet über Gelöbnix

Auf www.luzi-m.org ist ein ausführlicher Bericht über das Bundeswehr-Gelöbnis und die geplanten Proteste zu finden. Auszug:
„Bei der (anfangs) geplanten Zeit- und Ortswahl zeigte die Bundeswehr einmal mehr ihr Gespühr für historische Anknüpfungspunkte. Inwiefern das Datum bewußt gewählt wurde, ist unklar – zwei Tage später jährt sich zum 95. Mal die deutsche Kriegserklärung an Russland 1914, die in den Ersten Weltkrieg mündete. Ursprünglich aber wollte das „Wehrbereichskommando“ die öffentliche Vereidigung gar vor der „Feldherrenhalle“ am Odeonsplatz oder am Königsplatz abhalten.
Der Oberbürgermeister erinnerte die Militärs jedoch daran, dass beide Orte „von den Nationalsozialisten für öffentliche Gelöbnisse der SS und der Wehrmacht verwendet wurden“ und diese „weltweit im Gedächtnis mit dieser historischen Last assoziiert werden“. Bundeswehr und CSU waren empört.
Nachdem das Innenministerium – das sich auffällig öffentlich mit der Sache befasste – die als Ersatzort vorgeschlagene Theresienwiese als „nicht zentral genug“ ablehnte, einigten sich OB Christian Ude und Generalmajor Gert Wessels im März auf den Marienplatz. Seitdem regt sich Widerstand gegen das geplante Spektakel.
Für das „Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus“ stellt das Vorhaben einen „weiteren Schritt zur Militarisierung öffentlicher Räume“ dar. Die „Zurschaustellung des militärischen Gewaltapparates in der ‚Guten Stube‘ Münchens“, so die Antikriegs-Aktivist_innen, „soll die Öffentlichkeit daran gewöhnen, dass die Bundeswehr und ihre weltweiten Kriegseinsätze alltäglich sind, und damit ’salonfähig‘ werden.“
Die Antimilitarist_innen kritisieren insbesondere, dass die Bundeswehr ihre Neuausrichtung immer aggressiver in der Öffentlichkeit bewirbt. Das Militär habe „in Schulen, in Arbeitsagenturen oder auf dem Marienplatz so wenig zu suchen wie in Afghanistan oder am Horn von Afrika“, heißt es in dem Aufruf. […]
Bereits am Montag, den 27.Juli wird auf dem Marienplatz von 17:30 bis 19:00 Uhr eine Anti-Kriegskundgebung gegen das Militärspektakel stattfinden. Aber auch am Tag des Gelöbnisses wollen die Antimilitarist_innen präsent sein und rufen unter dem bundesweit für derartige Aktionen verwendeten Titel „Gelöbnix“ dazu auf, „am 30. Juli ’09 zum Marienplatz zu kommen und lautstark gegen dieses Militärspektakel zu protestieren“.
In Berlin mussten im vergangenen Jahr 1800 Polizist_innen das Gelöbnis vor dem Reichstag vor Demonstrant_innen schützen. Dennoch gelang es den Kriegsgegner_innen zeitweise, die „Feierlichkeiten“ mit Sirenengeheul zu stören. Auch in Nürnberg hatte es im selben Jahr Proteste gegen die öffentliche Vereidigung gegeben.“

http://www.luzi-m.org/nachrichten/artikel/datum/2009/06/23/218/